Troisdorfer Kommunalpolitik: Bürgerfrust oder Bürgerträgheit?

Einige Tage zurück traf ich abends beim Einkaufen einen lokal politisch sehr aktiven und interessierten, aber nicht parteigebundenen Spicher Mitbürger. Im Gespräch kamen wir auf das Thema „Politische Situation in Troisdorf“. Der Mitbürger erzählte von zahlreichen frustrierten Aussagen von ihm bekannten Mitbürgern zur Troisdorfer Politik und zu dem Verhalten der lokalen Parteien. Um es gleich zu sagen, auch die AfD wurde kritisiert, weil wir aus Sicht der zitierten Bürger zu wenig in Rats- und Ausschusssitzungen den politischen Streit und Krawall mit anderen Parteien, der Verwaltung und dem Herrn Bürgermeister suchen. Ich bin mir zwar sicher, dass das auch anders gesehen wird, aber okay. Bürgermeinungen werden erst einmal von uns angehört und zu Kenntnis genommen. Zugleich erzählte der Mitbürger, dass die so kritikfreudigen Mitbürger wenig Interesse hätten, selbst politisch irgendwie „Flagge zu zeigen“ und mitzumachen. Es wäre ja sinnlos.

Es ist  mir zwar momentan unklar, wieviele Bürger ihre Kritik so mutig in kleinem Kreis äußern und ob es es eine signifikante Gruppe ist, aber einiges muss man in jedem Fall  dazu sagen. Politische Veränderungen entstehen nur durch mutige und zugleich hartnäckige Bürger, sagen zumindest Lebenserfahrung und die Geschichtsbücher. Wer als Bürger glaubt, dass man eine politische Änderung sofort bekommt und sich schmollend zurückzieht, wenn das nicht der Fall ist, ist selbst schuld und Teil des Problems.Wer glaubt, seine persönlichen Wünsche seien das Wichtigste auf der Welt und erwartet, dass (meist ehrenamtlich) politisch aktive Mitbürger in den Parteien sich nur darum kümmern können und  müssen, irrt ein zweites Mal. Wer sich dann mehr oder minder kritikfreudig oder beleidigt zurückzieht, wenn sein persönliches Anliegen nicht auf der politischen Tageshitliste ganz oben steht, handelt egoistisch.

Wir sind in der AfD-Fraktion bekanntermaßen nicht konfliktscheu und unterstützen berechtigte Bürgeranträge und Bürgerforderungen nach besten Kräften. Es ist aber immer etwas seltsam, wenn in Ausschusssitzungen oder Ratssitzungen im öffentlichen Teil, wenn überhaupt,  nur einige wenige Bürger teilnehmen. Okay, die sogannnten Bürgerfragestunden vor Ratssitzungen sind kein Ruhmesblatt bürgernaher Politik und frustrieren auch uns. Anwesenheit von Bürgern ist aber auch eine Solidaritätsbekundung für die, die sich mit den weniger bürgerfreundlichen Parteien und dem Herrn Bürgermeister streiten und herumärgern.  Das macht wirklich nicht immer Spaß. Also liebe Mitbürger und Mitbürgerinnen: Kritik, auch an uns, ist okay. Aber dann bitte Kontakt mit uns oder anderen Parteien aufnehmen, bei Rats- und Ausschusssitzungen anwesend sein und mitmachen. Nicht nur motzen und maulen.

MM, für die AfD-Fraktion

 

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